Geschichte

Lage der Insel Itaparica, Beschreibung des Klimas
und ein Überblick über ihre Geschichte:

Bewußt wird hier nur auf die Geschichte der Insel Itaparica eingegangen,
da
die Geschichte Salvadors HIER:
bereits umfassend (in deutscher Sprache) nachgelesen werden kann.

Die Insel Itaparica ist 13 km (via Fähre) von Salvador entfernt und ist die größte der 56 Inseln in der Allerheiligenbucht. Geschichte: Hydrominerale Quelle "Fonte da Bica" ItaparicaMehr als 40 km Strände, gesäumt mit Palmen, üppige tropische Vegetation und der Blick auf die Stadt Salvador machen die Insel Itaparica einzigartig. Das Klima ist tropisch feucht, mit mittleren Temperaturen von 22° C bis 30° C im Sommer und 19° C bis 26° C im Winter.  Eine ständig wehende leichte Brise ist mitverantwortlich für das gesunde Klima. „Die Insel“, wie sie  liebevoll von ihren Bewohnern, Besuchern und Touristen genannt wird, hat 246 km² und 55.000 Einwohner, verteilt auf die beiden Gemeinden Itaparica (wo sich die einzige hydrominerale Quelle der gesamten Küste von Amerika befindet) und Vera Cruz, auch Mar Grande genannt.

Die Tupinambá Indios beherrschten den grössten Teil der brasilianischen Küste und waren auch die ersten Bewohner der Insel, daGeschichte: Allerheiligenbucht "Baia de Todos os Santos"her der Name. In der Tupi-Sprache bedeutet der Begriff Itaparica „Steinmauer“ wegen des Korallenriffs, das den grössten Teil der Insel vor der Brandung des Antlantik schützt. Entdeckt wurde sie 1501 von dem berühmten Seefahrer Amerigo Vespucci, der am 1. November in die Bucht einsegelte und sie nach dem Kalendertag Allerheiligenbucht (Baía de Todos os Santos) nannte. Zwei Monate später, am 1. Januar 1502 hielt er weiter südlich fälschlicherweise die Bucht von Botafogo für eine Flussmündung und gab ihr den Namen Rio de Janeiro (Fluss des Jänners), womit er auch zum Namensgeber dieser berühmten brasilianischen Stadt wurde.

Die Besiedelung begann 1560 mit der Gründung eines Dorfes und dem Bau Geschichte: Kirche "Igreja de Nosso Senhor de Vera Cruz" Baiacueiner Kirche (Igreja de Nosso Senhor de Vera Cruz – die drittälteste Kirche Brasiliens) durch die Jesuiten. Heute befindet sich dort das Fischerdorf Baiacu. Die Ruine der Kirche, deren Überreste nur noch von den Wurzeln der „Gameleiras“ (einem typischen Baum der Region)  zusammengehalten wird ist heute eine Touristenattraktion. Der Name des Dorfes war Vila do Senhor da Vera Cruz und seine Bewohner lebten vom Anbau von Zuckerrohr und Weizen und begannen mit der Viehzucht. Auch ein Damm wurde gebaut um die Trinkwasserversorgung des Dorfes sicherzustellen. Der in kurzer Zeit erwirtschaftete Reichtum verleitete bereits 1597 britische Piraten (Corsários ingleses ) zu einem Angriff auf die Insel.

Zwischen 1600 und 1647 wurde die Insel mehrmals von den Holländern erobert. Während der letzten dieser Invasionen wurde die Festung São Lourenço in der Stadt Itaparica erbaut.Geschichte: Fort "Forte de São Lourenço" Itaparica

Itaparica, mit 246 km² die größte Insel der Kolonie, machte im Jahr 1763 durch seine üppige Vegetation und die schönen Strände die portugiesische Krone auf sich aufmerksam. Sie wurde in das Eigentum der Krone einGeschichte: Kirche "Igreja Matriz do Santissimo Sacramento" Itaparicaverleibt und leitete damit die wirtschaftliche Entwicklung mit Viehzucht und der Pflanzung von Zuckerrohr und Weizen ein. Es gab berühmte Werften auf der Insel, so wurde hier der erste Kiel der zukünftigen brasilianischen Kriegsmarine gelegt. Auch Schnapsbrennereien und etliche Kalkwerke waren vertreten. Die grösste wirtschaftliche Bedeutung erlangte die Insel allerdings durch den Walfang, vor allem während des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts, weshalb Itaparica zu der Zeit als „Arraial da Ponta das Baleias“ bekannt war. Aus dieser Zeit sind noch Häuser von hohem historischen Wert erhalten geblieben, wie das Haus des Königs (Casarão do Rei) das einst brasilianische Kaiser wie D. Pedro I und D. Pedro II beherbergt hat und die Kirche Igreja Matriz do Santíssimo Sacramento.

Itaparica war Schauplatz wichtiger Schlachten während der Kämpfe um die Unabhängigkeit Bahias zwischen 1821 und 1823.

Die Insel erlangte am 8. August 1833 die Unabhängigkeit von Salvador.

Indianische Legende:
Die Legende der Tupinambá besagt, dass am Anfang der Welt ein majestätischer Vogel mit weißen Federn Tage und Nächte ohne Unterbrechung durch das Zentrum des Universums flog um das Paradies zu finden. Als er den Ort fand, fiel erschöpft dorthin und starb. Auf seinem Totenbett wurden seine langen Flügel zu Stränden und dort, wo das Herz schlug, öffnete sich die Erde und bildete eine große Vertiefung wo das Meerwasser eindrang. In ihrer Mitte bildete sich eine Insel, die Königin aller anderen. So wurde die Insel Itaparica in der Phantasie der einheimischen Bevölkerung geboren. Ein Ort voller Schönheit, Geheimnisse und Magie.

Bahia ist reich an historischen Begebenheiten. Wer sich dafür interessiert erhält faszinierende Einblicke in die Zeit der Kolonisation. Ein Beispiel ist die Geschichte des portugiesischen Seefahrers Diogo Alvaro Correia genannt „Caramuru“ (Tupi = Die Muräne), der an der Küste Bahias Schiffbruch erlitt und von den Indios gerettet wurde. Er heiratete die Tupinambá Prinzessin „Guaibimpará“, die Tochter des Häuptlings Morubixava Taparica. Nach ihrer Taufe am 30. Juli 1528 in Saint Malo, Frankreich nannte sie sich Catarina Álvares Paraguaçu. Man sagt, dass aus dieser Ehe – die Verbindung von europäischen und einheimischen Rassen – die erste wirkliche brasilianischen Familie entstand.

Ein berühmtes Kind der Insel ist der  (leider am 18. Juli 2014 verstorbene) Schriftsteller und Journalist João Ubaldo Osorio Pimentel Ribeiro (Itaparica, 23. Januar 1941). 2008 erhielt Ribeiro für sein Gesamtwerk den Prémio Camões, den wichtigsten portugiesischsprachigen Literaturpreis. Sein Hauptwerk ist der 1984 veröffentlichte historische Roman „Viva o povo brasileiro“. Von ihm stammt der zutreffende Satz „Auf Itaparica wird ein permanenter Intensivkurs in der schwierigen Kunst des Nichtstun gehalten“.

Falls es meine Leser interessiert, wird dieser Artikel fortgesetzt.

Ein Kommentar zu Geschichte

  1. Renate Podesser sagt:

    Ich hab‘ diesen Artikel geradezu verschlungen. Macht augenblicklich Lust auf eine Reise nach Itaparica.

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